Bessere Kartoffelerträge mit Biostimulanzien? Zwei spannende Lösungen für den Anbau
Die Herausforderung: Ausschöpfen des Ertragspotentials mit weniger Risiko
Jahr für Jahr stehen Kartoffelanbauer vor neuen Herausforderungen: Wetterextreme, strengere Düngeregulierungen und steigende Betriebskosten. Wie kann man unter diesen Bedingungen stabile Erträge sichern oder das Ertragspotenzial maximieren? Eine interessante Antwort bieten Biostimulanzien – natürliche Produkte, die Pflanzen helfen, Nährstoffe und Wasser effizienter zu nutzen und besser mit Stress umzugehen.
Mit Utrisha™ N und Lattice™ bietet Corteva Agriscience zwei innovative Biostimulanzien speziell für den Kartoffelanbau. Sie helfen, den Ertrag abzusichern, indem sie Stickstoff aus der Luft nutzen (Utrisha N) und die Wurzelaktivität sowie Nährstoffaufnahme verbessern (Lattice). Hier erfahren Sie, wie diese Produkte Ihre Kartoffeln auf natürliche Weise unterstützen können.
Warum Biostimulanzien im Kartoffelanbau Sinn machen
Biostimulanzien sind keine klassischen Dünger oder Pflanzenschutzmittel. Sie helfen der Pflanze dabei, Nährstoffe besser zu verwerten, fördern das Wurzelwachstum und machen sie widerstandsfähiger gegen Stress.
Für Kartoffeln sind sie besonders interessant, weil die Pflanze ein schwaches Wurzelsystem hat und empfindlich auf Nährstoffmangel oder Trockenheit reagiert. Ein gesunder, gut versorgter Bestand kann gleichmäßiger wachsen, mehr Knollen bilden und eine höhere Qualität erreichen.
Utrisha N – Stickstoff aus der Luft nutzen
Stickstoff ist einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren für Kartoffeln, aber seine Verfügbarkeit im Boden schwankt je nach Witterung und Nährstoffgehalt im Boden. Das Jahr 2024 war geprägt durch vielerorts sehr hohe Niederschläge. Dies hat die Stickstoffmenge im Boden deutlich verringert. Insbesondere Böden mittlerer bis geringer Qualität waren nicht in der Lage, ausreichend N zu liefern. Utrisha N bietet eine natürliche Ergänzung zur Stickstoffversorgung, indem es das Bakterium Methylobacterium symbioticum nutzt. Dieses besiedelt nach der Applikation die Blätter der Pflanze und wandelt Stickstoff aus der Luft in Ammonium um, das die Kartoffel direkt verwerten kann. Dadurch erhält die Pflanze über die gesamte Vegetationsperiode eine kontinuierliche Stickstoffzufuhr, unabhängig von Bodenzustand oder Trockenstress. Besonders in Regionen mit strengen Düngeregelungen oder auf Standorten mit schwankender Stickstoffverfügbarkeit kann Utrisha N eine wertvolle Unterstützung sein. In Versuchen zeigte sich, dass Kartoffeln mit Utrisha N stabilere Erträge erzielten und im Durchschnitt einen Mehrertrag von 31 Dezitonnen pro Hektar aufwiesen. Auch die Knollenqualität verbesserte sich, da die Stickstoffversorgung gleichmäßiger erfolgte. Die Anwendung ist unkompliziert: Eine einmalige Blattapplikation zum Reihenschluss reicht aus, um die Bakterien in die Pflanze einzubringen, wo sie sich selbstständig weiterentwickeln und ihre Wirkung entfalten. Utrisha N ist mit den meisten Fungiziden und Insektiziden in Kartoffeln kompatibel.
Weitere Informationen finden Sie unter:
Lattice – Stärkere Wurzeln, bessere Nährstoffaufnahme
Während Utrisha N über die Blätter Stickstoff zuführt, setzt Lattice direkt im Boden an. Diese Biostimulanzie enthält spezielle Bakterien, die den Wurzelraum aktiv beeinflussen. Sie produzieren organische Säuren, die die unmittelbare Umgebung der Wurzeln leicht ansäuern und damit die Verfügbarkeit von Nährstoffen wie Phosphor und Mikronährstoffen verbessern. Gleichzeitig regen sie das Wurzelwachstum an, sodass die Kartoffelpflanze über ein größeres Wurzelsystem mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann. Dies führt zu einer besseren Pflanzengesundheit und kann insbesondere in trockenen oder nährstoffarmen Böden dazu beitragen, den Ertrag abzusichern. Versuche zeigen, dass durch den Einsatz von Lattice der Gesamtertrag um sieben bis neun Prozent gesteigert werden konnte. Besonders auffällig war dabei eine erhöhte Knollenanzahl pro Pflanze sowie eine bessere Größenverteilung der Knollen. Die Anwendung erfolgt einfach beim Pflanzen der Kartoffeln, indem Lattice in die Pflanzfurche gegeben oder per Spritzapplikation eine Woche nach dem Pflanzen auf dem Damm ausgebracht wird. Die Bakterien etablieren sich anschließend im Boden und unterstützen die Pflanze über die gesamte Vegetationsperiode hinweg.
Fazit: Warum nicht einfach mal testen?
Die heutigen Herausforderungen im Kartoffelanbau erfordern clevere Lösungen. Utrisha N und Lattice können dabei helfen, Nährstoffe effizienter zu nutzen und Erträge stabil zu halten – ganz ohne Zusatzaufwand.
Wer die Potenziale seiner Bestände voll ausschöpfen will, kann die Produkte in dieser Saison schon ausprobieren. Beide sind im Agrarhandel erhältlich und lassen sich problemlos in bestehende Anbaustrategien integrieren.
Warum nicht einfach mal auf einem Probestreifen testen? Ihre Kartoffeln könnten es Ihnen danken – mit kräftigem Wuchs und stabilen Erträgen.
Beitrag von Paul Harrieder und Leopold Hundt, Firma Corteva agriscience