Erste Rückmeldungen zum Einsatz von Karrikin in den Kulturen – weitere Ideen wo uns Karrikin helfen kann, Qualität und Quantität zu heben
Karrikin – Bambusextrakt
Wir konnten die Tage erste positive Rückmeldungen erhalten durch den Einsatz von Karrikin in den Kulturen. Zweimal kam die Rückmeldung, das Wintergerste auch in 2026 mit über 90 dt. gedroschen werden konnte. 93 und 98 dt., gute Böden ja, aber auch dort musste in 2026 mit den langen Trockenphasen das Ergebnis erst einmal erzielt werden.
Hier wurde im Herbst 0,2 l Karrikin mit dem Herbizid eingesetzt und im Frühjahr bei der Fungizidbehandlung 0,6 l Karrikin gesprüht. Die Erträge waren sehr erfreulich!
Rückmeldungen auch von den Kartoffelanbauern. Die abgelieferten Kartoffeln in 2025, aus dem Hot Spot Gebiet Kösching (Model-Region Südzucker) waren für die Verarbeitung geeignet. In 2024 kam es hier zu Problemen. Durch den Einsatz von Karrikin, zweimal 0,6 l je ha, in der Vegetation plus den Einsatz von Aminosäuren, konnte der Landwirt den Ertrag und die Qualität stabilisieren und die Kartoffeln waren auch für den Verarbeitungskunden zufriedenstellend, sowohl in der Lagerung als auch in der Verarbeitung. Dies zeigt uns, dass wir durch den Einsatz von Karrikin hier die Infektionslast deutlich senken konnten. Die Repellent-Wirkung gegen die Schilf-Glasflügelzikade hat Wirkung gezeigt. Auch die Biostimulante – Wirkung war gegeben.

Was wir selbst aktuell sehr stark verfolgen sind die Kartoffelfelder im Raum Pförring, Hot Spot Region bezüglich Schilf-Glasflügelzikade. Hier sehen die Schläge, die von Beginn an regelmäßig mit Karrikin (mehrmals 0,3 l bzw. 0,6 l je ha) und zu den Warndienstaufrufen mit Insektiziden behandelt wurden wesentlich besser aus als die Bestände, die nur mit Insektiziden behandelt wurden.
Erste Ernteergebnisse auch im Raps. Im Raum Erding wurden 47 dt. je ha erzielt, auf guten Boden mit dem Einsatz von 3 x 0,3 l Karrikin. Herbst 1 x-mal und 2 x-mal im Frühjahr.

Rückmeldungen kommen aktuell sehr viele. Der positiv gestimmte Spargelbauer, der keinen Wildverbiss mehr im Spargel hat, nach der Ernte, weil es dem Hasen nicht mehr schmeckt oder der Landwirt der endlich die Wildgänse im Getreide losgeworden ist, sind nur Beispiele aus der Praxis die uns dazu verleiten weiterhin auf Karrikin zu setzen. Auch das nicht vorhandene Getreidehähnchen, das vergrämt wurde, im Weizen, ist ein positives Ergebnis. Klar könnte man sagen, was soll das ganze hier, schließlich könnte man den Schädling auch mit einem günstigen Karate Zeon bekämpfen, aber warum ein Insektizid einsetzen, wenn es auf natürliche Weise auch geht, und eventuell die Frucht im Wachstum gefördert wird. Und wir müssen unsere Insektizide weiterhin schützen, um keine Resistenzen aufzubauen.
Karrikin ist vielseitig. Wir können das saure Millau verbessern, wenn wir Herbizide einsetzen, und damit die Wirkung der Produkte erhöhen. Hier reichen kleine Mengen von Karrikin von 0,1 – 0,2 l je ha. Die Eindringung ins Blatt wird verstärkt und die Produkte wirken besser. Herbstherbizide sollten hier mit Karrikin unterstützt werden. Es gibt immer mehr Problemunkräuter, und die Wirkstoffe werden auch nicht mehr!
Auch im Kartoffelanbau sollte man gerade jetzt auf die Repellent-Wirkung weiterhin setzten. Gerade wegen der Schilf-Glasflügelzikade muss auch nach den Notfallmaßnahmen, hier was gegen den Schädling unternommen werden. Ansonsten stehen wir mit leeren Händen da, sollten jetzt, gerade in dem Zeitraum Juli und August weiterhin aufgeladene Zikaden auftreten, die unsere Bestände und dementsprechend die Qualität der Kartoffeln schädigen. Jeder Stich, der nicht erfolgt, kann eine Infektion verhindern. Wir wissen auch heute noch nicht wirklich, wie viele von den Einstichen von aufgeladenen Zikaden notwendig sind, um am ende des Tages wirklich Schaden an unseren Knollen zu bewirken.
Unser Ziel ist es aktuell die richtigen Kombinationen zu finden. Kombinationen aus Stoffen die es uns ermöglichen weiterhin erfolgreich Kartoffeln anzubauen. Eine dies Kombinationen, die wir heute schon kennen und nutzten ist die Mischung aus einem reinem Kali-Blattdünger plus Karrikin um in der Kartoffel zum Ende der Vegetation, sprich Ende Juli/Anfang August noch einmal den Stärkewert zu heben, die Beschädigungsanfälligkeit für die Ernte zu verbessern. 4 kg von einem K-Bomber 56 plus 0,5 l Karrikin steigert den Stärkewert um 0,5 – 1 %. Für die Produktion von Pommes- oder Stärkekartoffeln sehr interessant. Aber auch um Verarbeitungs-Speisekartoffeln den Stärkegehalt abzusichern. (Abnehmer definieren oft Mindeststärkewerte, war letztes Jahr ein großes Thema)

Das Ganze funktioniert auch in der Zuckerrübe sehr gut. Hier gehen wir auf eine Mischung von 0,5 l bis 1,0 l Karrikin plus 4 kg K-Bomber 56, vier Wochen vor der Ernte gesprüht auf die Pflanzen, um den Zuckergehalt nachhaltig anzuheben. Werte von 0,5 bis 1 % mehr Zucker sind hier möglich! Warum so spät, zu frühe Einsatzzeitpunkte haben gezeigt, dass das K dann nur den Blattapparat gefördert hat. Wir wollen dieses Jahr die Mischung auch wie folgt testen: 1 l Kelpak plus 4 kg K-Bomber 56 plus 0,5 l Karrikin in der Zuckerrübe, Zeitpunkt der Anwendung sollte der August sein. Nicht zu spät, damit die Kultur das noch gut aufnehmen kann und nicht zu früh, um nicht neues Kraut zu entwickeln. Wir brauchen den Zucker in der Frucht, sprich Rübe. Die Kosten gegenüber dem Nutzen, sind wirklich überschaubar.
Auch werden wir wieder Karrikin als vergrämendes Produkt auf die Stoppel ausbringen. In verschiedenen Ansätzen. Nach der Kartoffel, nach der Zuckerrübe, um hier zu sehen, ob das den Nymphen der Schilf-Glasflügelzikade nicht gefällt. Vielleicht verändert sich das Bodenmikrobiom so gut, dass hier natürliche Abwehrmechanismen aufgebaut werden. Wer weiß? Gegen den Erdfloh hat es letztes Jahr im Raps sehr gut funktioniert. Hier hatten wir dies so gemacht. Nach dem ersten Stoppelsturz wurden 0,6 l Karrikin mit 300 l Wasser auf die Fläche gesprüht, vor der Saatbeet Bereitung. Wir konnten den ganzen Herbst keine Schädigung durch den Erdfloh feststellen. Und was das bedeutet, wenn eine Kultur ohne Stress durch Insekten durchwachsen kann, muss ich hier sicherlich niemand erklären. Leider fehlen uns heute noch die Ernteergebnisse dieses großen Raps-Feldversuchs. Diese werden wir zu gegebener Zeit nachreichen.
Ansätze gibt es aktuell sehr viele, unser Ziel es, die richtigen Kombinationen für Sie zu entwickeln und das generierte Wissen Ihnen zur Verfügung zu stellen.
Beitrag von Johannes Seemeier