Die effektivste Spritzung im Kartoffelanbau, die meist keiner macht!

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29. Mai 2026

Die Pflanzbedingungen in Bayern waren in diesem Jahr sehr gut, noch besser als 2025. Und das nicht zu vergessen, waren schon Bedingungen, von denen man träumen kann.

Die Kartoffeln entwickeln sich aktuell sehr gut. Kaum Auflaufschäden bis dato. Wasser fehlt leider überall im Süden! 

Also alles im Großen und Ganzen bis dato sehr gute Aussichten für den Anbau 2026 im Süden. Das Wetter für die nächsten beiden Wochen bringt hoffentlich und endlich wieder Regen, zwar nicht zu viel aber, es kommt Wasser, was dem Wachstum der Kartoffeln sicher förderlich sein wird. Temperaturen passen ab nächste Woche dann auch wieder. Wenn nun die Herbizidmaßnahmen greifen und die Kartoffelpflanzen gut aufgelaufen sind, kommt die Phase wo wir sehr viel bewegen können.

Bei einer Wuchshöhe von 15-25 cm befinden sich die Kartoffeln im sogenannten Häckchenstadium, wo der Ansatz gemacht wird. Hier können wir viel steuern. Zum einen können wir nochmals den Ansatz stimulieren, zum anderen können wir die Pflanzen unterstützen eine gute Jugendentwicklung hinzulegen. Gesunde Pflanzen stehen von vornherein ganz anders da, wenn es dann später mal zu schlechten Wetterbedingungen kommen sollte. Eine vitale Pflanze geht ganz anders in eine Trockenphase, und kommt auch viel besser durch als die, die nicht so ideal gestartet sind. Eine gut versorgte und gesunde Kartoffelstaude bekommt auch nicht so schnell Alternaria. Weil einfach natürliche Abwehrkräfte da sind. Eine Pflanze die gesund ist, kann sich auch eher wehren gegen SBR und Stolbur!

 

Also warum hier nicht eine zusätzliche Spritzung mit verschiedenen Nährstoffen und Biostimulanzien setzten? Hier fällt meist der Satz: „Hier spritzen wir ja noch so viel auf die Erde!“ Ja, richtig und? Aber wir helfen den Pflanzen anzuschieben, sich schnell Richtung Reihenschluss zu bewegen und vor allem gesund in die Vegetation zu starten. Nährstoffmangel sind hier meist kontraproduktiv. Mangan, Schwefel und Phosphor sind hier nur einige Themen. Amminosäuren die den Stoffwechsel ankurbeln vergisst immer jeder. Algen, die das Feinwurzelwachstum anregen, Huimsäuren die gebundene Nährstoffe im Boden freigeben, Signalstoffe wie KLOROFILL, die die Chlorophyllproduktion erhöhen, die Photosyntheserate steigern und so das Wachstum und die Entwicklung der Pflanzen fördern, sind jetzt zielführende Maßnahmen.

 

Jetzt kann man mit verschiedenen Produkten nochmal anschieben, Alternaria-Infektionen erst gar nicht hochkommen lassen und dem Ziel, vitale Pflanzen am Acker zu haben, näher zu kommen. Huminsäuren, P-betonte Blattdünger, Mangan um Schorf vorzubeugen und Aminosäuren in der Kombination mit elementar Schwefel der auch eine gewisse desinfizierende Wirkung auf Sporen die am blanken Boden liegen, haben hier eine Berechtigung. Man könnte auch bei 25 cm Wuchshöhe schon mit dem ersten Fungizid reingehen, einfach um Krautfäule erst gar kein Thema werden zu lassen.

 

Warum ist diese Spritzung so effizient. Einfaches Rechenbeispiel: bei einer Ansatzförderung von 2 Knollen, die am Ende des Tages 100 g haben, und bei 44.000 Pflanzen am Feld, wären dies rein rechnerisch 88 dt. mehr je ha. Ist schon viel, und klingt extrem, aber warum nicht mal versuchen. Was kostet mich so eine Maßnahme? Man kann dies mit unterschiedlichen Produkten gestalten, am Ende werden wir hier ca. 40 – 50 Euro je ha investieren. Hört sich für eine zusätzliche Spritzung sehr viel an, stimmt aber so nicht. Weil meist wird ja P bei der ersten Fungizidspritzung gefahren, das ziehen wir also nur vor. Und meist wird auch irgendwann Mangan gefahren, ziehen wir also auch nur vor. Das Thema ist wirklich nur der Zeitpunkt. Wir investieren hier geringfügig mehr. Der meiste Aufwand ist die Spritze zu befüllen, der Zeitaufwand, sowie die Maschinenkosten. Also mal Hand aufs Herz, welcher Landwirt rechnet seine Zeit wenn er Gewinn in Aussicht hat? 28 Euro je ha Maschinenkosten kriegen wir in die Kalkulation Kartoffel auch unter, oder?

 

Wer kritisch dem Vorschlag gegenübersteht, sollte es einfach mal probieren. Was können wir verlieren? Wie gesagt, gute Bedingungen derzeit in Bayern. Lasst uns das derzeitige Potential auch wirtschaftlich heben!

 

Warum gerade dieses Jahr der Vorschlag hier tätig zu werden?

  • Weil wenn die Vorzeichen schlecht sind, und wir aus einem negativen Markt kommen, sollten wir antizyklisch denken und in Qualität investieren.

Viel Nachbau wurde geplanzt, viel Kompromiss wurde mit dem Pflanzgut gemacht. Es wurde an Pflanzgut gespart! Und mal ehrlich, wieviel Kompromisse mit dem Thema Virus-Befall des gepflanzten Pflanzgutes hat der eine oder andere gemacht. Und Partien, die halt schon mal mit einem gewissen Virusbefall gelegt wurden, solle man umso mehr fördern. Hier denke ich sind 50 Euro je ha kein Geld. Und noch ein Thema: Vermehrung Also auch ein kleiner Appel an die Vermehrer, bitte beschäftigt euch mit mehr als nur dem klassischen Pflanzenschutz. Wir brauchen neben den Insektiziden auch kleine Helfer wie Silizium, vertreibende Produkte wie Happy Green, Karrikin, Limowet, CitrusBoost, BeGreen, elementarem Schwefel oder Produkte, die das Blatt für Läuse unattraktiv machen um dem ganzen Thema Blattlausbekämpfung zusätzliche Unterstützung zu geben und am Ende des Tages hier mehr Erfolg zu haben.

 

Hier konkrete Spritzvorschläge bei einer Wuchshöhe der Kartoffeln von 15-25 cm. Also noch weit vor Reihenschluss.

 

1 l Happy Green von HRD (vergrämende Wirkung auf Zikaden)

+ 2 l UPL Schwefel 825 oder 2 l BVG Schwedokal 80

+ 2-4 l YaraVita Kombiphos (oder 4 l Wuxal Top P oder 4 l Plonvit Energy oder 4 l Lebosol 5/20/5 oder 3 l Quentisan 5/25/5)

 

Alternativ:

 

+ 2-4 YaraVita Kombiphos (alternativ gerne auch einen anderen P-betonten Blattdünger)

+ 1 l BetaSil

+ 2 l BeGreen (Schutz vor Blattläusen und Zikaden, wenn gewünscht)

 

Alternativ und mit sehr guten Ergebnissen letztes Jahr: (neu mit Signalstoff Photon, hier reicht wenig Karrikin in der Kombination)

 

0,2 l Karrikin + 40 g Photon

+ 4 l Lebosol 5/20/5 (alternativ gerne auch einen anderen P-betonten Blattdünger)

+ 2 l UPL Schwefel 825 oder BVG Schwedokal 80

 

Alternativ und auch NEU:

1 l Klorofill

+ 2 l Quentisan 5/25/5

+ 0,3 kg Aserpro von Agroplanta

 

Alternativ und sehr gut wirksam:

750 g Green On Kartoffeln

+ 2 l YaraVita Kombiphos

 

Alternativ und sehr hochwertig von der Aminosäure her:

 

0,5 kg bis 1 kg Aserpro von Agroplanta

+ 2 l Quentisan 5/25/5

2 l Begreen von Biolchim

 

In Zikadengebieten kann ich Ihnen folgende Mitteln empfehlen (immer mit Aufwandmenge je ha):

 

0,6 l Karrikin von deNatura oder

1 l Happy Green von HRD oder

2 l Begreen von Biolchim oder

2-4 l Nov@ von Biolchim

 

Als günstiges, aber sehr leistungsfähiges Produkt, können wir Ihnen das NuVitality von Nufarm empfehlen. Hier würden wir mit 1 -2 l jetzt rangehen.

 

Es gibt viele Produkte, die hier angewendet werden können. Wir können grundsätzlich empfehlen, um hier Erfolg zu haben, mit Aminosäuren zu arbeiten um den Stoffwechsel anzukurbeln (Aserpro, Karrikin, BetaB, BetaSil, Kaizen oder Green On Kartoffel) und mit P-haltigen Blattdüngern. Karrikin, Schwefel, Silizium oder Begreen von Biolchim haben eine vertreibende Wirkung auf Blattläuse und Zikaden, bei Schwefel wegen dem Geruch, bei Silizim und Begreen wird einfach das Blatt unattraktiv zum Saugen für die Schädlinge.

 

Und wer bei den Herbizidmaßnahmen noch keine Huminsäure eingesetzt hat, dem empfehle ich noch Huminsäuren wie Bagira, Humin Aktiv, Black Jak oder LiqHumus Liquid 18 zu spritzen, um dem Boden was Gutes zu tun, die Wasserhaltefähigkeit zu fördern, Nährstoffe im Boden freizugeben und zu mobilisieren, um den Pflanzen zu helfen.

Viel Erfolg mit der Maßnahme! Sie werden sehen, wie vital Ihre Bestände in die Vegetation gehen.

Wichtig: Alle Produkte, die die Pflanzen stärken, sind unbedingt zu beginn der Vegetation auszubringen und nicht erst wenn es schon brennt, die Pflanzen gestresst und lange gelitten haben! Früh beginnen, immer vital halten. Das bringt sehr sehr viel! 

 

Beitrag von Johannes Seemeier